Paket-Chaos auf den Kanaren: Sogar Weihnachtspost liegt noch herum


Auf den Kanarischen Inseln hat sich ein Stau von mehreren Tausend Paketen auf den Poststellen gebildet. In der Provinz Las Palmas de Gran Canaria ist das Problem am größten.

Lesedauer: 3 Min.

„Leute, ich habe mein Weihnachtspaket endlich bekommen“, steht da geschrieben. Dann gibt es virtuellen Jubel. In sozialen Netzwerken machen sich viele Kanarios über die Post lustig. Denn Pakete haben teilweise mehrere Monate Verspätung. Die Internet-Gemeinde nimmt es in vielen Fällen mit Humor.

Noch immer warten sogar Weihnachtspakete auf den Kanaren auf ihre Zustellung. War das Problem zunächst in Madrid angesiedelt, hat sich der Stau nun auf die Kanarischen Inseln verlagert. Die Mitarbeitenden der Post sind frustriert.

Mangelnde oder mangelhafte Computersysteme haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Post für das Paket-Chaos auf den Kanaren ausgemacht. Sie müssen viele Kontrollen händisch durchführen. Und das führt zu teils massiven Verzögerungen.

Madrid verschiebt Post-Probleme auf die Kanaren

Zunächst hatte sich der Stau in Madrid befunden. Die dortige Post fand jedoch eine Lösung für das Problem: Kurzerhand wurden die Kontrollen ins Zielgebiet verlagert. Und so müssen sich nun die kanarischen Post-Mitarbeitenden darum kümmern.

Die Poststellen auf den Kanarischen Inseln sind für eine solche Flut jedoch nicht ausgelegt – weder personell noch technologisch. Entsprechend werden Pakete in Hunderter-Stapeln gelagert und diese Stapel nur langsam abgearbeitet.


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Mitarbeitende berichten hinter hervorgehaltener Hand, dass selbstgeschriebene Zettel darüber informieren würden, welche Rollcontainer die ältesten Pakete beinhalten. So solle – wenn möglich – chronologisch abgearbeitet werden.

Kanaren: 3000 Pakete warten auf Zustellung

Es wird derzeit davon ausgegangen, dass etwa 3000 Pakete auf ihre Zustellung warten. Der überwiegende Teil davon, etwa 2500, liegen in der Provinz las Palmas de Gran Canaria, also auf den östlichen Inseln. In der westlichen Provinz Santa Cruz de Tenerife seien es weitere rund 500 Pakete.

Bei der Einfuhr vieler Päckchen müssen Kontrollen durchgeführt werden. Diese seien derzeit oft nur händisch möglich. Und das dauere eben. In einigen Fällen gebe es zudem Fehler, so dass der Prozess gar nicht zum Abschluss komme.

Paket-Post auf der Kanaren: Beschwerden nehmen zu

Unterdessen sieht sich die spanische Post „Correos“ mit immer mehr Beschwerden konfrontiert. Demgegenüber stehen Beschwerden Mitarbeitender, die sich dem Arbeitspensum nicht mehr gewachsen sehen.

Gewerkschaften sehen dahinter eine Absicht seitens der Politik. Durch die zunehmenden Probleme solle die Stimmung gegen die staatliche Post so weit verschlechtert werden, dass eine Privatisierung als einziger Ausweg scheine und gesellschaftlich akzeptiert werde, lautet der Vorwurf seitens der Gewerkschaft CCOO.

Gewerkschaftssprecher Angel Cabanillas sagt, die Arbeiter seien überlastet und die Belegschaften dezimiert. „Das macht es unmöglich, einen guten Service zu bieten.“ Eine Lösung liegt aktuell nicht vor. Galgenhumor in sozialen Medien bleibt für viele Post-Kunden auf den Kanaren also vorerst an der Tagesordnung.

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Über den Autor
Johannes Bornewasser sw klein

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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