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Verbot für Stierkämpfe im TV der Kanaren gefordert


Stierkämpfe gelten auf den Kanarischen Inseln als Tierquälerei. Allerdings sind sie über das Fernsehen zu empfangen. Tierschützer fordern eine Änderung.

Von Juan Martín Lesedauer: 2 Minuten

Stierkämpfe spalten die spanische Gesellschaft. Während ein Teil der Bevölkerung sie für Kulturgut hält, sehen andere darin eine sinnlose und barbarische Tierquälerei. Die Kanarischen Inseln haben sich klar positioniert und Stierkämpfe verboten. Doch im Fernsehen sind sie weiterhin zu sehen.

Die Franz-Weber-Stiftung möchte das ändern. Dazu wurde bei der Diputación del Común de Canarias eine Beschwerde eingereicht. Die Forderung: Zumindest während der Kinderschutzzeit und in den Ferien solle auf den Kanaren kein Stierkampf mehr im Fernsehen zu sehen sein.

Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, hat die Organisation eine Beschwerde beim Petitionsausschuss des Europäischen Parlaments eingereicht. Die Argumentation: Eine Übertragung der Stierkämpfe während der Kinderschutzzeiten verstoße gegen EU-Richtlinien.

Verbot für Stierkampf im Kanaren-TV gefordert

Nach spanischem Recht dürfen Inhalte, die für die körperliche, geistige oder sittliche Entwicklung von Minderjährigen schädlich sein können, nur zwischen 22 Uhr und 6 Uhr ausgestrahlt werden. Und dagegen sieht die Fundación Franz Weber beim Thema Stierkampf einen Verstoß.

Während Stierkämpfe auf den Kanaren abgeschafft wurden, gebe es im Fernsehen der Kanarischen Inseln weiterhin die Möglichkeit, dieser auf dem Archipel als Tierquälerei geltenden Tradition beizuwohnen. Und diese Sendungen enthielten Bilder von echtem Tierleid, heißt es. Sowohl die Wunden der Tiere als auch deren offensichtliches Leiden und der gewaltsame Tod der Tiere seien so frei zu empfangen.

“Stierkampf-Übertragungen normalisieren Gewalt”

Hinzu komme, dass die Audio-Kommentare der Übertragungen Kindern Normalität vorgaukeln würden. Minderjährige lernten, dass alles, was sich in der Stierkampfarena abspielt, normal sei. Dies würde Kindern eine Verharmlosung von Gewalt gegenüber Tieren nahebringen.

Die Stiftung setzt sich für den Schutz von Tieren und die Rechte der Schwächsten ein. Dazu zählen der eigenen Angabe nach auch die mit der vorliegenden Beschwerde zu schützenden Kinder. Die Fundación sagt, es sei wichtig, dass Maßnahmen ergriffen werden, um Minderjährige vor gewalttätigen Inhalten im Fernsehen zu schützen. Zudem müsse eine Kultur des Respekts für Tiere gefördert werden.

“Gemeinsam können wir eine Gesellschaft aufbauen, die einfühlsamer ist und sich der negativen Auswirkungen von Stierkämpfen auf den Kanarischen Inseln und anderen Stierkampf-Sendungen zu ungeeigneten Zeiten für Minderjährige bewusst ist”, heißt es in der Begründung.

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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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