Absurde Kritik auf Teneriffa: „Tartar war etwas zu roh“ – Restaurant kontert


Kann Tartar "etwas zu roh" sein? Immerhin ist es ein Gericht, das auf ungegarten Zutaten basiert. Im Internet gibt es allerlei absurde Kritiken. Ein Restaurant auf Teneriffa nimmt es mit Galgen-Humor. Und kontert so.

Lesedauer: 3 Minuten

Die Anonymität des Internets ist verlockend. Zumindest für einige Menschen, die ihrem Ärger freie Luft machen wollen. Und so artet das schnell in anonymen Abrechnungen aus. So geschehen: auf Teneriffa. Offensichtlich. Denn die folgende Kritik auf einem Bewertungsportal ist wirklich absurd.

Unter dem Titel „Betrug“ hinterließ eine Nutzerin des Bewertungsportals für Hotels und Restaurants eine Kritik, die sich schnell als purer Unsinn entlarvt. Denn laut Restaurant-Kritik der Beschwerdeführerin, war der servierte Tartar „zu roh“.

Doch die Frau holt etwas weiter aus: „Ich bin mit meinem Mann zum Essen gegangen, in der Absicht, einen schönen Fisch zu essen.“ Dann beschreibt sie: „Als Vorspeise gab es Zackenbarsch-Tartar, das gut, aber etwas zu roh war und dem die Avocado fehlte, um es frischer zu machen.“

Tatsächlich wird Fisch-Tartar oft mit Avocado zubereitet. Ein Muss ist die Zutat hingegen nicht. Denn „frischer“ machen kann eine Avocado ein Rezept, das auf fangfrischem, rohen Fisch basiert, ohnehin nicht.

Dann schreibt die Kritikerin: „Eigentlich wollten wir eine Seebrasse essen, aber der Besitzer des Restaurants bot uns einheimischen Fisch an und der ‚Pejperro‘ sei sehr gut. Die Wahrheit ist, dass ich noch nie einen so faden und schlecht zubereiteten Fisch gegessen habe (er schmeckte nach nichts und die Soße war Wasser).“ Sie schließt mit den Worten: „Die Wahrheit ist, dass wir sehr unzufrieden waren.“

Und dieser Unzufriedenheit ließ die Kundin schließlich im Internet freien Lauf. Dort verleitet die Anonymität viele Menschen zu lauteren Tönen als in einem Gespräch von Angesicht zu Angesicht.


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Teneriffa: Restaurant kontert absurde Internet-Kritik mit Galgenhumor

Ein Restaurantmitarbeiter antwortete umgehend und spielte auf eine ähnliche Kritik kurz zuvor an: „Ein Betrug ist es, wenn wir einem Kunden hier antworten und dann ein Verwandter am nächsten Tag aus Rache diese absurde Bewertung schreibt.“

Nach der Mutmaßung wird es inhaltlich: „Nichts für ungut“, schreibt der Mitarbeiter und fährt fort: „Aber die Tatsache, dass Sie sagen, das Tartar sei zu roh gewesen, ist ein klarer Hinweis darauf, dass Sie überhaupt keine Fischexperten sind und daher nicht qualifiziert, über gute oder schlechte Küche zu sprechen“. Schließlich erklärt er: „Tartar ist ein Rezept mit rohem Fisch.“

Internet-Kritiken können gekauft werden

Doch das Restaurant nimmt die ganze Angelegenheit mit Galgenhumor, vermutlich, da sich Betriebe ohnehin nicht gegen Rache-Kritiken im Internet wehren können. Der Mitarbeiter schließt sarkastisch mit: „Zumindest hoffe ich, dass Sie jemand dafür bezahlt hat, so viel Unsinn zu schreiben.“

Tatsächlich gibt es inzwischen Agenturen, die gegen Bezahlung anbieten, schlechte Kritiken entfernen zu lassen oder gute hinzuzufügen. Auch das Schlechtmachen der Konkurrenz gehört zum Geschäft.

Kritisiertes Restaurant gehört zur Top-20 vor Ort

Immerhin leidet das Restaurant nicht zu sehr unter dieser Einzelkritik: Es rangiert mit aktuell 1149 Bewertungen auf dem 17. Rang von 476 bewerteten Restaurants in Los Cristianos auf Teneriffa. 20 Bewertungen mit einem Stern stehen 989 Bewertungen mit fünf Sternen gegenüber.

Kritiken im Internet stellen für viele Betriebe ein Problem dar. Denn oft ist der Antrieb nach Negativ-Erlebnissen größer, eine Kritik zu hinterlassen, als nach einem schönen Abend ohne besondere Vorkommnisse. Zudem lesen viele andere Internet-User nicht alle Texte und erkennen so auch nicht, wenn es sich um eine reine Abrechnung handelt. Sie achten lediglich auf den Punkte-Durchschnitt.

Aus diesem Grund berichten wir über den vorliegenden Fall – auch wenn er bereits etwas älter ist. Denn die Folge solcher Geschehnisse hallt bis in die Gegenwart nach: Immer häufiger bitten Restaurants insbesondere in Urlaubsgegenden ihre Besucher inzwischen nämlich aktiv um gute Bewertungen, um unqualifizierten Kritikern etwas entgegenzusetzen. Auf diese Weise sollen notorische Nörgler übertüncht werden.

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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Er ist auf den Kanaren zuhause und schreibt bereits seit vielen Jahren unter anderem über die Inseln.

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