Experte: „Zukunft von Teneriffa hängt von Hotel-Sanierungen ab“


Kann Teneriffa in Sachen Tourismus überhaupt noch wachsen? Ein Experte sagt: nein! Er plädiert daher für umfangreiche Sanierungen bei Hotels, aber auch der Infrastruktur. Denn abseits des Tourismus gebe es zu wenig, um die stetig wachsende Insel zu versorgen.

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Teneriffas Zukunft hängt auch weiterhin vom Tourismus ab. Daher müssen in den kommenden Jahren wichtige Entscheidungen getroffen werden. Das sagt José Fernando Cabrera, Hotelunternehmer und Präsident des Forums der Freunde des Südens von Teneriffa (FAST).

Demnach leide die Insel insbesondere unter einem enormen Infrastruktur-Defizit. Außerdem seien Hotel-Anlagen teils hoffnungslos veraltet. Da die Insel stetig wächst, seien Investitionen nötig.

Cabrera selbst ist Hotelier. Er sieht keine Wachstumsmöglichkeiten für seine Branche mehr. Von ein paar Luxusressorts abgesehen, die sich in der Entstehung befänden, stehe die Branche vor einer territorialen Grenze.

Hinzu komme, dass die Insel in den vergangenen 20 Jahren um rund 600.000 Einwohner gewachsen sei. Um auch künftig wirtschaftlich überleben zu können, seien daher neue Erfolgsmodelle nötig.

Tourismus-Experte: „Teneriffa hat keine Rohstoffe“

In einem Gespräch mit der „Plato del Atlantico“-Gruppe sagt Cabrera: „Die Kanarischen Inseln haben keine Rohstoffe – außer Sonne und Wind. Und die wenigen Zentren mit Forschungskapazitäten haben keine Technologie transferiert, um Industrien in ihrer Umgebung aufzubauen.“


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Entsprechend positiv sei es, dass sich die Zahl der Touristen in den vergangenen drei Jahrzehnten verdoppelt habe. Die aktuelle Infrastruktur sei jedoch nicht ausreichend mitgewachsen, um den bis zu sechs Millionen Besuchern und der deutlich gestiegenen Anwohner-Zahl gerecht zu werden.

„Teneriffas Arbeitsplätze hängen vom Tourismus ab“

Aus diesem Grund liege der Schlüssel zum Erfolg darin, den Hotels beim Wachstum zu helfen. Nicht ganz uneigennützig rechnet er vor: „Ein Hotel, das von drei auf vier Sterne aufsteigt, kann es sich leisten, zwischen zehn und 30 Prozent mehr Personal einzustellen und es besser zu bezahlen. Daher ist dieser Qualitätssprung der Schlüssel zur Bekämpfung der strukturellen Probleme wie einer Arbeitslosenquote von 20 Prozent auf Teneriffa.“

Die Lösung einiger struktureller Probleme liege zudem darin, die Messlatte bei der Klassifizierung von Vier- und Fünf-Sterne-Hotels höher zu legen, anstatt ehemalige Hotel-Anlagen zu Ferien-Unterkünften umzubauen. Dieser Trend zeichnet sich ab, seit in den jüngsten Krisenjahren einige Betriebe Insolvenz anmelden mussten.

Doch laut dem Experten habe diese Art des Umbaus schwerwiegende Folgen für die Wirtschaft der Kanaren. Cabrera nutzt in Bezug auf die Arbeitsplätze eine Metapher: „In diesem Fall wird eine Fabrik zu einer kleinen Werkstatt reduziert“, sagt der Experte.

Ob dieser Ansatz allein für Verbesserung sorgen kann, darf hingegen bezweifelt werden. Schließlich werden auch Projekte wie eine neue Bahn-Verbindung zwischen dem Norden und Süden seit Jahrzehnten diskutiert, teilweise sogar zum Allheilmittel für viele Infrastruktur-Probleme erhoben. Doch auch dort sieht die Politik mehr Probleme als Lösungen. Ob die aktuelle Forderung also von Erfolg gekrönt sein wird, darf bezweifelt werden.

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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Er ist auf den Kanaren zuhause und schreibt bereits seit vielen Jahren unter anderem über die Inseln.

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