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Die Kanaren stehen vor dem Dürre-Notstand


Von Johannes Bornewasser Lesedauer: 2 Minuten

Auf den Kanarischen Inseln gehen die Wasservorräte allmählich zur Neige. Viele Stauseen liegen deutlich unter dem jahreszeitbedingten Soll. Die Regierung kündigte auf einer Sitzung am Dienstag an, möglicherweise schon bald den Dürre-Notstand auszurufen. Grund für das Problem seien vor allem ausbleibende Niederschläge.

“Der Klimawandel wirkt sich auch auf die Wasservorräte aus”, sagte der Präsident der Kanarischen Inseln, Ángel Víctor Torres, auf einer Plenarsitzung des Regionalparlaments am Dienstag. Die Inselräte wurden um einen Bericht zur jeweiligen Lage auf ihren Inseln gebeten.

Der Präsident von La Gomera, Casimiro Curbelo, hatte angemerkt, dass seine Insel nicht über eine Meerwasser-Entsalzungsanlage verfüge. Die Auswirkungen der sich jährlich wiederholenden Dürre würden zudem von Jahr zu Jahr schlimmer. Curbelo sehe große Probleme auf La Gomera zukommen. Er sprach mit Blick auf Landwirtschaft und Viehzucht von der Notwendigkeit außergewöhnlicher wirtschaftlicher Maßnahmen – nicht nur für La Gomera, sondern für den gesamten Archipel.

Dürre auf den Kanaren: Opposition drängt auf strukturelle Änderungen

Kanaren-Präsident Torres betonte, dass die Niederschläge seinen Informationen zufolge inzwischen rund drei Viertel unter dem normalen Wert lägen. Der Klimawandel dränge seine Exekutive daher in die Situation, bald den Notstand ausrufen zu müssen.

Der Bau neuer Entsalzungsanlagen könnte eine Lösung für die sich jährlich wiederholende Problematik sein. Die Opposition hatte in einer hitzigen Diskussion unter anderem angeregt, Teile des Haushaltsüberschusses in solche Lösungen zu investieren, anstatt sie auf die hohe Kante zu legen.

Torres zufolge würden sich die Probleme derzeit noch nicht auf den täglichen Bedarf der privaten Hauhalte auswirken. Dennoch wolle er bereits am Freitag darüber diskutieren, an welchen Stellen die Bedingungen für einen Dürre-Notstand schon jetzt erfüllt seien. Dieser solle dann genutzt werden, um Hilfe aus Madrid anzufordern.

Bereits seit Jahren bleiben die Stauseen der Kanarischen Inseln auch nach dem Winter unter ihrem Soll. Auch ansonsten grüne Bereiche, wie beispielsweise der Norden Teneriffas, trocknen dann regelmäßig aus. Eingen Bereichen der Inseln ging sogar zeitweise das Trinkwasser aus. Es bedarf daher struktureller Lösungen anstelle punktueller Ausbesserungen. Ohne Unterstützung aus Madrid wird diese Lage kaum zu lösen sein.

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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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