Kanaren: September endet als schlimmster Monat seit Ausbruch der Corona-Pandemie


Der September geht in Bezug auf das Corona-Virus als einer der extremsten Monate in die jüngere Geschichte der Kanarischen Inseln ein. Nach einem zwischenzeitlichen Hoch, flachten die Zahlen zwar wieder ab, seither verharren sie jedoch auf einem weiter zu hohen Niveau. Die Hauptstädte von Gran Canaria und Teneriffa weisen deutlich zu viele Infektionen auf.

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Der Oktober ist mit 196 Neu-Infektionen gestartet. Das berichten die Gesundheitsbehörden der Kanarischen Inseln. Damit liegt der Monat zum Start nur 13 Corona-Infektionen unterhalb des September-Durchschnitts von 209 täglichen Ansteckungen.

Im Vormonat waren insgesamt 6295 Infektionen gezählt worden, womit dieser in Bezug auf Covid-19 als der extremste in die jüngere Geschichte des Archipels eingeht. Denn zu den Infektionen müssen auch 59 Todesfälle an oder mit SARS-CoV-2 gerechnet werden. Im März waren 69 und im April 72 Todesfälle von den Behörden registriert worden. Insgesamt liegt die Zahl bei 233.

Durch die 196 neuen Fälle liegt die Zahl der Corona-Infektionen seit Ausbruch der Pandemie bei nun 13.688. Davon waren mehr als 11.000 in der zweiten Welle ab August gezählt worden. Zum Vergleich: Der Lockdown war Anfang Mai gelockert worden. Zu diesem Zeitpunkt waren weniger als 2250 Fälle registriert worden.

Kanaren Corona-Zahlen bis Ende September 2020

Die Corona-Infektionen der Kanarischen Inseln (gelb) sind im September stärker gestiegen als je zuvor. Quelle: Gobierno de Canarias

El Hierro nicht mehr frei von Corona

Der Oktober startete nun mit 95 neuen Fällen auf Teneriffa, 62 auf Gran Canaria, 17 auf Fuerteventura, zehn auf Lanzarote, acht auf La Gomera und dreien auf La Palma. Zudem verlor auch El Hierro den Status der Corona-freien Insel, nachdem ein neuer Fall bekannt wurde.

Damit liegt die Zahl der weiterhin akuten Infektionen bei nun 6886, von denen mehr als die Hälfte (3751) in der Hauptstadt Gran Canarias registriert wurde. Dahinter folgt Santa Cruz de Tenerife mit 1088 ebenfalls im vierstelligen Bereich. Die Nachbarstadt La Laguna fügt 511 weitere Infektionen hinzu.

Die Kumulative Inzidenz der Kanaren, also die Erkrankungen pro 100.000 Einwohner in einem Zeitraum von sieben Tagen, liegt derzeit bei 56. Die Zahlen stagnieren bereits seit dem 21. September auf einem Wert unter 60. Den Schwellwert von 50 unterschritten sie hingegen seit Wochen nicht. Dieser gilt als Grenze, ab der die deutsche Bundesregierung die aktuelle Reisewarnung normalerweise aufhebt.

Rote „Corona-Ampel“ für Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura und La Gomera

Positiv gegenüber stehen Anfang Oktober 174 vollständige Genesungen. Außerdem konnten in der Vorwoche 40 Ausbrüche vollständig beendet werden. Demgegenüber stehen allerdings 48 neue Ausbrüche, die zu den 41 verbleibenden hinzugezählt werden müssen. Die neuen Ausbrüche verteilen sich mit 31 auf Gran Canaria, sechs auf Teneriffa, vier auf Fuerteventura, je drei auf Lanzarote und La Gomera sowie einem auf La Palma.

Für die weitere Eindämmung wurden am vergangenen Freitag Maßnahmen für Inseln mit besonders hohen Fallzahlen verabschiedet und durch eine rote Ampel gekennzeichnet. Diese gilt derzeit für Teneriffa, Gran Canaria und La Gomera für mindestens 15 Tage, Fuerteventura verharrt mindestens eine Woche in diesem Status. Die Ampel für die übrigen Inseln steht auf grün.

Auf entsprechend gekennzeichneten Inseln sind die meisten Veranstaltungen mit mehr als zehn Teilnehmern untersagt. Restaurants und Bars, auch in Hotels, müssen spätestens um Mitternacht schließen. Zudem dürfen bereits ab 23 Uhr keine neuen Gäste mehr empfangen werden.

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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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