Kontroverse um Öl-Flecken an Teneriffas Stränden


Auf Teneriffa mussten mehrere Strände wegen Ölflecken geschlossen werden. Die Bürgermeister fordern eine genaue Aufklärung. Die regionale Regierung wiegelt ab.

Lesedauer: 2 Min.

An Baden war über Stunden, teilweise Tage nicht zu denken: Die Strände von Anaga, in Santa Cruz sowie bei Arafo und Güímar mussten geschlossen werden. Bei Candelaria waren sie es am Donnerstag noch immer. Der Grund sind angespülte Ölflecke. Die Bürgermeister sind mit der Aufarbeitung des Falls unzufrieden.

Fische starben und Strände mussten geschlossen werden. Einige Rathäuser berichten von Ausschlägen bei Badegästen. „Kohlenwasserstoff-Flecke“, wie es inzwischen heißt, seien angespült worden. Die betroffenen Gemeinden forderten entsprechend die Aktivierung des zugehörigen Protokolls bei einer unbeabsichtigten Meeresverschmutzung vor den Kanarischen Inseln (PECMAR).

Die entsprechenden Behörden hingegen weigerten sich, diesen Plan zu aktivieren. Dafür wurden Schiffe und Helikopter entsandt, um nach weiteren Ölflecken zu suchen. Da nun, mehrere Tage nach dem ersten Vorkommen der Ölreste an den Stränden Teneriffas, auf hoher See kein Öl mehr zu sehen ist, soll das Thema beigelegt werden.

Öl-Reste vor Teneriffa: Hauptstadt-Bürgermeister sucht nach Antworten

Für den Bürgermeister von Santa Cruz, José Manuel Bermúdez, sei das eine „Überraschung“. Er sagte, dass das Öl-Vorkommen an den Stränden „eine Antwort über PECMAR verdient“. Er fügte an: „Ich denke, die Regierung hätte es aktivieren sollen, als sie von den Gemeinden informiert wurde.“

Capitanía Marítima hingegen sagt, dass „in den vergangenen Tagen an der Küste mit den Booten und einem Rettungshubschrauber Inspektionen durchgeführt worden seien, ohne Flecken im Meer zu entdecken.“ Zudem überwache die spanische Schifffahrtsbehörde die Meere mithilfe eines Satelliten der Europäischen Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs (EMSA). „Es wurde keine Einleitung durch Schiffe festgestellt“.

Dies war die erste Vermutung mehrerer Beteiligter. Denn nachdem kein Öl-Leck festgestellt werden konnte, erschien zunächst als wahrscheinlich, dass ein Schiff Öl abgelassen hatte. Immer wieder entscheiden sich Reedereien und Kapitäne dazu, Altöl nicht entsorgen zu lassen, sondern auf hoher See ins Meer zu leiten.

Wasserqualität vor Teneriffa inzwischen wieder in Ordnung

Für Capitanía Marítima gehört der Fall nach der Untersuchung zu den Akten: „Wir können bestätigen, dass in den vergangenen Tagen kein Fleck mehr im Meer entdeckt wurde“, heißt es.

Der Bürgermeister von Santa Cruz möchte sich damit nicht zufrieden geben. Er sagt, dass inzwischen möglicherweise kein Öl mehr entdeckt werden könne, doch sei ja nachweisbar welches angespült worden. Wenn ein Stadtrat entsprechendes berichtet, „sollten sie zumindest den Gemeinden, die ihre Strände schließen mussten, offiziell antworten“, sagte Bermúdez.

Entnommene Proben an den genannten Stränden zeigten zuletzt, dass die Wasserqualität wieder in Ordnung ist. Sie wurden entsprechend wieder freigegeben. Woher die Ölflecken kamen, bleibt dagegen weiter ein Rätsel.

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Kontroverse um Öl-Flecken an Teneriffas Stränden

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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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