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Kreuzfahrtschiff rettet 68 Migranten vor den Kanaren aus Seenot


Gesichtet von einem Öltanker und gerettet von einem Kreuzfahrtschiff: 68 Migranten konnten vor den Kanarischen Inseln aufgenommen werden. Doch für einige von ihnen kam jede Hilfe zu spät.

Von Johannes Bornewasser Lesedauer: 2 Minuten

Wieder ist ein Migranten-Boot vor den Kanarischen Inseln in Seenot geraten. Die Insassen hatten Glück. Denn sie wurden entdeckt. Und doch kam für einige von ihnen jede Hilfe zu spät.

68 Menschen sind aus den Gewässern vor den Kanarischen Inseln gerettet worden. Sie trieben in einem Cayuco, wie die hochseeuntauglichen Fischerboote aus Holz genannt werden, vor den Inseln im Atlantik. Ein Öltanker entdeckte die hilflosen Menschen und alarmierte die Küstenwache.

Nach einem Blick aufs Radar beorderten die Hilfskräfte das Kreuzfahrtschiff “Insignia”, das dich zufällig in der Nähe befand, zum Fundort. Und tatsächlich entdeckte die Crew des Ozenariesen die aus Afrika stammenden Menschen in ihrer Notsituation.

Kreuzfahrtschiff rettet 68 Migranten vor den Kanarischen Inseln

Dass der Öltanker selbst nicht anhalten konnte, liegt an der Beschaffenheit. Der Bremsweg großer Containerschiffe ist deutlich zu lang. Zudem ist der Sog großer Schiffe sehr gefährlich. Kreuzfahrtschiffe sind wendiger und haben zudem seitliche Versorgungsluken, über die Menschen viel leichter an Bord geholt werden können.

Und so gingen schon kurz nach ihrer Entdeckung 68 Migranten etwa 815 Kilometer südlich von Teneriffa aus ihrem Holzboot an Bord des Kreuzfahrtschiffes der Reederei “Oceania Cruises”. Für fünf Menschen kam hingegen jede Hilfe zu spät. Sie hatten die beschwerliche Überfahrt nicht überlebt. Drei von ihnen konnten geborgen werden, von zweien fehlt jede Spur.

Kanaren rechnen mit bis zu 85.000 Migranten

Ein weiterer Insasse, der zunächst gerettet wurde, starb wenig später an Bord des Kreuzfahrtschiffes, das sich von Gambia auf dem Weg nach Teneriffa befand. Die Tage auf See hatten dem Mann zu stark zugesetzt.

Die Route von Afrika auf die zu Europa gehörenden Kanarischen Inseln gilt als gefährlichste der Fluchtroute Welt. Im vergangenen Jahr kamen mit rund 55.000 Migranten so viele Menschen wie nie zuvor auf den Kanaren an.

Für dieses Jahr rechnen die spanischen Behörden laut Angaben des Innenministeriums mit bis zu 85.000 Menschen. Als Grund gelten vornehmlich politische Unruhen, Perspektivlosigkeit und Hungersnot in ihren afrikanischen Heimatländern.


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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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