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Kanaren: Calimas werden immer intensiver – das sagen Meteorologen


Im Winter werden Calimas über den Kanarischen Inseln immer normaler. Und intensiver. Das verändert sich grade rund ums Kanaren-Klima.

Von Johannes Bornewasser Lesedauer: 3 Minuten

Die Kanarischen Inseln stecken im Winter inzwischen immer öfter und länger unter einer Staubglocke. Die Regierung der Kanarischen Inseln gab allein im laufenden Jahr bereits drei Vorwarnungen wegen des Wetterphänomens aus. Die jüngste dauerte neun Tage an.

Bei einer Calima wird feiner Wüstenstaub in der wenige Hundert Kilometer östlich gelegenen Sahara in die Atmosphäre gesaugt und mit trockenen, heißen Luftmassen über den Atlantik getragen. So entsteht der typische, braun-gelbe Schleier in der Luft. Der Schwebestaub gilt insbesondere für Risikogruppen als potenziell gefährlich.

Zwar ist es noch zu früh für eine Jahresbilanz. Und doch weiß der Leiter des spanischen Wetteramts Aemet auf den Kanarischen Inseln, dass die Staubaktivität auf den Kanaren “in den letzten Wintern” und dabei besonders “seit 2020” zugenommen habe. Das sagt David Suárez Inforcasa. Und er hat eine Ankündigung.

Kanaren erwarten die nächste Calima

Denn laut dem Chef-Meteorologen auf den Kanarischen Inseln soll das einhergehende warme Wetter auch vorerst bleiben. Dies liege an einem Hoch über Afrika. Es führe zu wenig Wolken und hohen Temperaturen – auch auf den Kanarischen Inseln. Und zur nächsten Calima-Wetterlage.

Der Wetterexperte hat sich mit historischen Daten beschäftigt. Das Aemet wahrt einen wahren Fundus an Zahlen und Aufzeichnungen. Und aus denen gehe hervor, dass zwischen dem 1. Januar 1980 und Ende März 2022 in Summe 483 Calima-Lagen registriert wurden.

Kanaren: Im Winter sind Calimas besonders stark

Doch nicht die reine Zahl ist interessant, sondern auch die jeweiligen Auswirkungen. Denn die Daten zeigen, dass Calimas auf den Kanaren im Januar und Februar am längsten anhalten. Zudem sei die Staubbelastung in den Wintermonaten am höchsten. Entsprechend ist auch die Sicht im Winter stärker beeinträchtigt. Dies gelte insbesondere für den Februar.

Der 35. Bericht des Aemet über Wüstenstaub in der Luft stammt aus dem Jahr 2021. Darin wurden 123 Tage mit Sahara-Sand in der Luft untersucht. Der Versuchszeitraum lag dabei zwischen den Jahren 2010 und 2017. Laut Bericht betrug die “durchschnittliche Dauer der Episoden 4,7 Tage.”

Calima: Kanaren-Wetterphänomen ändert sich

Die neue Erhebung zeigt, dass Calima-Wetterlagen im untersuchten Zeitraum sogar nur etwa 1,8 Tage andauern. Das ist ein “statistisch signifikant abnehmender Trend”. Doch das gilt für alle gezählten Calima-Wetterlagen. Während im Winter weiterhin oft lange Calima-Perioden registriert werden, verändern zusätzliche kurze Calimas die Durchschnittswerte. Hinzu kommt, dass bei kurzen Dunst-Episoden die Intensität dafür deutlich gestiegen sei.

Für das Verständnis der Daten ist wichtig, dass nur Calimas berücksichtigt werden, die an mindestens zwei Messpunkten gleichzeitig bemerkt werden. Das Aemet möchte so statistische Unschärfen minimieren und Vergleichbarkeiten herstellen.

Meteorologe: “Allergiker bemerken Calimas oft schon früher”

Von den 483 untersuchten Calimas lag die Sicht bei 46 unter zehn Kilometern. Für Suárez ist die Sichtweite die konstante Variable. Und sie hängt direkt mit der Konzentration des Schwebestaubs zusammen. Je geringer die Sichtweite, desto mehr Staub in der Luft. Daher biete diese Betrachtung die höchste Vergleichbarkeit.

Allergiker benötigen dieses Indiz laut dem Meteorologen jedoch nicht. “Wenn sie Allergiker sind, bemerken sie die Calima sogar schon vor dem Auftreten von Schwebestaub”, erklärt Suárez. Und für die Inseln soll das laut Vorhersage schon in Kürze wieder der Fall sein.


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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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