Kanaren: E-Roller sollen nach Todesfällen stärker reglementiert werden


Sie gelten als praktisch und gefährlich zugleich: In ganz Europa haben sich Elektro-Roller als neues urbanes Fortbewegungsmittel etabliert. Auch auf den Kanarischen Inseln sind die kleinen Flitzer auf dem Vormarsch. Doch es gibt eine Schattenseite. Nun sollen neue Regeln her. Die Infos.

In den vergangenen Jahren haben sich E-Roller im Privatbereich sukzessive etabliert. Versicherungsfragen, unsichere Technologien – besonders beim Akku – und die explosionsartige Ausbreitung haben die Politik in den vielen europäischen Regionen dazu bewogen, die kleinen E-Scooter zunächst einmal zu verbieten. Erst nach genauerer Regelung, welche Sicherheitstechnik ein solcher Roller benötigt, wurden bestimmte Modelle wieder zugelassen.

Inzwischen stehen in den meisten europäischen Regionen Dutzende dieser Roller am Straßenrand. Mit einer Smartphone-App kann der Scooter gemietet und innerhalb eines definierten Geschäftsgebiets genutzt werden. Die Abrechnung erfolgt dann minutengenau – meist direkt über die Kreditkarte des Nutzers.

Viele Todesfälle durch E-Roller – auch auf den Kanaren

Im Straßenverkehr erfordern die plötzlich so zahlreich aufkommenden Flitzer jedoch ein Umdenken. Insbesondere im Zusammenspiel mit dem Autoverkehr kann es gefährlich werden. Eine spanische Kommission berichtet nun, dass es spanienweit bereits 273 registrierte Unfälle mit den neuen Rollern gab. 17 Personen kamen dabei ums Leben. Fünf dieser Todesopfer wurden allein auf den Kanarischen Inseln gezählt.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wurden die kleinen Roller zunächst in vielen Regionen komplett verboten. Inzwischen ist die Technologie jedoch deutlich weiter und auch die Verkehrssicherheit der Scooter kann je nach Modell grundsätzlich garantiert werden. Zudem können die Flitzer zur Entlastung einiger Straßen beitragen. Um also einen Nutzen aus der neuen Technologie zu ziehen, gleichzeitig jedoch die Verkehrssicherheit nicht zu gefährden, soll es nun neue Regeln für private Nutzer von E-Rollern und Leihfirmen geben.

E-Scooter auf den Kanaren: Experten beobachten Vorstoß aus Gran Canaria

Die Stadt Las Palmas auf Gran Canaria verzeichnete im Laufe des vergangenen Jahres so viele neue E-Roller durch Privatpersonen und Leihfirmen, dass der Gemeinderat nun eine neue Verordnung beschließen möchte. Darin soll geregelt werden, wie und wo die E-Roller verwendet werden dürfen. Zudem werden Sicherheitsaspekte wie beispielsweise eine mögliche Helmpflicht diskutiert. So soll einem Beispiel aus Gran Canarias Hauptstadt entgegengewirkt werden, bei dem erst kürzlich eine Frau ganz selbstverständlich zwischen Autos und Motorrädern mit einem solchen Elektro-Tretroller eine Schnellstraße nutzte – vorgeblich aus Unwissenheit.

Experten erwarten, dass die Verbreitung von E-Scootern in den kommenden Jahren deutlich steigen wird. Zudem gehe man davon aus, dass viele weitere Städte des kanarischen Archipels dem Beispiel von Gran Canarias Hauptstadt folgen werden. Von der Lokalpolitik, vor allem aber den Leihfirmen, wird der Vorstoß in Las Palmas de Gran Canaria daher sehr genau beobachtet. Er könnte richtungweisend für die Fortbewegung auf allen Kanarischen Inseln sein.

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Kanaren: E-Roller sollen nach Todesfällen stärker reglementiert werden

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