Neue Corona-Maßnahmen: Kanaren schließen unter anderem das Nachtleben


Die steigenden Corona-Fallzahlen haben die Regierung der Kanarischen Inseln zu vier neuen Maßnahmen verleitet. Unter anderem wird das Nachtleben stillgelegt. Das sind die Änderungen.

Lesedauer: 3 Min.

189 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden haben die Exekutive der Kanarischen Inseln dazu verleitet, die Maßnahmen zu erhöhen. Das teilte der Sprecher der kanarischen Exekutive mit. „Wir haben es bereits zu Beginn der Pandemie gesagt: Dies ist kein Rennen oder Wettbewerb“, sagte Julio Pérez weiter.

Die kumulierten Corona-Fälle hatten kurz zuvor die Marke von 4000 deutlich überschritten. Zudem waren erneut so viele positive Corona-Fälle bekannt geworden, dass auch der deutsche Tourismusmarkt gefährdet ist. Sollten die Fälle eine Woche lang die Marke von 153 oder mehr neuen Fällen täglich knacken, würde dies eine Rate von 50 Erkrankten pro 100.000 Einwohner bedeuten.

Dieser Schwellwert würde dann voraussichtlich auch in Deutschland eine Reisewarnung für die Kanaren auslösen. Für die Wirtschaft der Kanarischen Inseln ist das insbesondere nach der Quarantäne-Verordnung in Großbritannien ein neuralgischer Punkt.

Auch wenn die meisten der neuen Ausbrüche weiterhin auf Gran Canaria und dort überwiegend in der Hauptstadt Las Palmas festgestellt wurden, erließ die Regierung der Kanarischen Inseln nun vier neue generelle Maßnahmen, mit denen weitere Ausbrüche eingedämmt werden sollen.

Neue Corona-Maßnahmen auf den Kanaren

Das Nachtleben auf den Kanarischen Inseln wird vollständig heruntergefahren. Noch am Donnerstag vergangener Woche hatte die Regierung angekündigt, dass Bars und Nachtclubs zumindest ihre Außenbereiche wieder öffnen dürfen. In der Folge hatte es dennoch die meisten neuen Corona-Ausbrüche in der Freizeit und dort meist rund um das Nachtleben der Inseln gegeben. Dazu gehörte auch der größte Corona-Ausbruch nach der ersten Welle überhaupt, der sich am Ende sogar über drei Inseln erstreckte. Die Lockerungen wurden nun zurückgenommen und Einrichtungen dieser Art müssen vorerst vollständig geschlossen bleiben.

Hotels, Bars, Cafés, Restaurants und weitere Gaststätten müssen um 1 Uhr morgens schließen. Gäste dürfen nur noch bis Mitternacht empfangen werden. Eine Stunde später muss die Bewirtung dann ganz eingestellt werden. Hotelgäste dürfen selbstverständlich auch danach noch mit einem Schlüssel ein- und ausgehen. Eine Bewirtung ist hingegen ausgeschlossen.

Massenveranstaltungen müssen grundsätzlich genehmigt werden. Zuletzt waren Veranstaltungen mit einer Teilnehmerzahl von maximal 1500 Personen im Freien und mit ausrechend Abstand zwischen den Teilnehmern erlaubt. Dies ändert sich nun. Je nach Entwicklung der Corona-Fallzahlen kann die Regierung Veranstaltungen absagen lassen. Zudem muss jede Veranstaltungen vorab angemeldet werden. Dann muss eine aktive Zustimmung erfolgen.

Besuche in Pflegeheimen werden wieder eingeschränkt. Die nationale Vorgabe erlaubt maximal einen Besuch pro Woche in Pflegeheimen. Pérez sagte, dass in den kommenden Tagen die Verantwortlichen der betroffenen Ressorts über zu ergreifenden Maßnahmen beraten würden. Es solle auf jeden Fall Änderungen geben.

Spezifische Maßnahmen für Gran Canarias Hauptstadt?

Die Hauptstadt Gran Canarias gilt derzeit als besonderer Covid-19-Hotspot. Für Las Palmas sind „spezifische Maßnahmen nicht ausgeschlossen“, sagte Pérez weiter. Grund seien die im Vergleich zum Rest des Archipels deutlich schlechteren epidemiologischen Entwicklungen.

Perez erinnerte daran, dass die Zahlen der Kanarischen Inseln insgesamt weiterhin nicht bedenklich seien. Mit Blick nach Las Palmas sagte der Regierungssprecher jedoch: „In diesem Bereich geschieht etwas, dass zu einer Zunahme positiver Fälle führt. Die Regierung hat diese Daten mit dem Ziel geprüft, spezifische Vorschläge für Las Palmas de Gran Canaria zu untersuchen.“

Laut Pérez gebe es verschiedene potenzielle Maßnahmen. So sei beispielsweise der große Zustrom von Menschen an die Strände zu hinterfragen. Auch Familienfeiern, die als zweitgrößter Faktor bei der aktuellen Verbreitung von Covid-19 gelten, müssten kritisch beäugt werden.

„Aller Wahrscheinlichkeit nach“ fänden die größten Menschenmengen im privaten Bereich statt. Dennoch könne nicht ausgeschlossen werden, dass Großveranstaltungen in der Stadt bis auf Weiteres grundsätzlich untersagt würden. Ob und welche Sonder-Maßnahmen für Las Palmas ergriffen werden, solle noch beraten werden, hieß es abschließend.

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Über den Autor
Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.