Rolle Rückwärts? Kanaren planen vorerst doch keine neuen Corona-Beschränkungen


Der Gesundheitsminister der Kanarischen Inseln hat mit seinen Aussagen zur Corona-Situation in dieser Woche Unsicherheit gesät. Blas Trujillo erklärte, dass weitere Maßnahmen denkbar seien. Die Worte kamen auch in den Touristen entsendenden Ländern an und sorgten dort für Verunsicherung. Nun relativierte Trujillo.

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Partys ohne Abstand und Gesichtsmaske haben den Gesundheitsminister der Kanarischen Inseln endgültig auf die Palme gebracht. Blas Trujillo hatte in dieser Woche Bilanz gezogen. Für ihn sei das Verhalten einiger Jugendlicher unverantwortlich. Trujillo ließ die Muskeln spielen und stellte indirekt sogar einen weiteren Corona-Lockdown zur Debatte, wenn die zunehmenden Zahlen nicht wieder eingedämmt würden.

Tatsächlich hatte die vergangene Woche gezeigt was passiert, wenn die Schutzmaßnahmen missachtet werden. Binnen weniger Tage war die Zahl der positiven Covid-19-Testergebnisse von mehr als 200 auf mehr als 500 angestiegen – mit zuletzt starken Wachstumsraten.

Kanaren: Corona-Drohung ans eigene Volk verunsichert auch Touristen

Doch Trujillo erreichte mit seiner Drohung nicht nur das eigene Volk, das laut Aussage des Gesundheitsministers mit Partys und Familienfeiern zur Verbreitung des Corona-Virus beigetragen hatte. Vielmehr kamen die Worte auch in den Ländern an, die in der anstehenden Saison potenzielle Touristen stellen. Und dort sorgten sie für Unsicherheit. Auch Teneriffa News erhielt nach der jüngsten Berichterstattung zahlreiche Nachrichten verunsicherter Leser mit Fragen zu einem möglichen Urlaub und der aktuellen Situation vor Ort.

Auch aufgrund dieser Verunsicherungen relativierte Trujillo nun seine Aussagen, richtete dennoch sogleich einen dringenden Appell an die Menschen vor Ort. Zu einem möglichen Lockdown, mit dem Trujillo noch Anfang der Woche ein Drohszenario aufgebaut hatte, sagte er nun, dass derzeit nichts entsprechendes „auf dem Tisch liegt“ und fügte an: „Wir befinden uns glücklicherweise nicht in diesem Szenario“.

Eine komplette Rolle rückwärts wollte Trujillo dann aber doch nicht machen. Der Minister sagte, dass er angesichts der jüngsten Zunahme positiver Corona-Tests auf dem Archipel beschlossen habe, „nicht nur die Botschaften, sondern auch die Maßnahmen“ zu verstärken.

Gesundheitsminister der Kanaren: Corona und Grippe werden gefährliche Mischung

Er habe Verständnis dafür, dass nach dem Lockdown und noch dazu jetzt im Sommer auf eine „Entspannung der Lage“ gedrängt werde. Dennoch sei es enorm wichtig, alle zur Vorsicht aufzurufen und wachsam zu bleiben.

Trujillo erinnerte daran, dass bald die Schule und zudem auch die Hochsaison des Tourismus starte. Dies zusammen mit der im Herbst beginnenden Grippesaison sei seine gefährliche Mischung. Aus diesem Grund müsse sichergestellt sein, dass alle Maßnahmen greifen.

Dazu zählte Trujillo einmal mehr die bereits seit Monaten vehement von ihm geforderten PCR-Tests vor der Einreise auf die Kanarischen Inseln für Besucher und Rückkehrer. Diese Forderung sei nicht überzogen, da ohnehin „ein großer Teil aller Länder PCRs durchführt“. Zur Tourismus-Hochsaison solle ein entsprechender Beschluss gefasst werden, sagte Trujillo. Dies sei der „effektivste Weg“ im Kampf gegen die weitere Verbreitung von SARS-CoV-2.

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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.