Forscher: Vulkanausbruch auf La Palma wird der längste seit 500 Jahren


Unter Berücksichtigung des bisherigen Verlaufs und der aktuellen Schwefeldioxid-Messungen haben sich erste Forscher festgelegt: Der aktuelle Vulkanausbruch auf La Palma bricht einen Jahrhunderte alten Rekord.

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Der längste Vulkanausbruch seit mindestens 500 Jahren ist grade auf La Palma aktiv. Das sagen Forscher voraus. Grund zu der Annahme gibt der aktuelle Verlauf der Eruption.

Die Schwefeldioxid-Emission sei mit einer Rate von 30.000 bis 50.000 Tonnen pro Tag erneut in die Höhe geschossen, hieß es. Dies sei ein sicheres Zeichen dafür, dass der Vulkanausbruch weiter anhalte. Hinzu kommt, dass sich immer neue Öffnungen auftun und die Lava als verhältnismäßig flüssig gilt.

Dies, zusammen mit den weiter anhaltenden Erdbeben, lässt die Forscher glauben, dass der Vulkanausbruch den von 1646 übertreffen wird. Die damalige Eruption am Tehuya-Vulkan hatte 84 Tage angedauert. Der Vulkan am Cumbre Vieja ist bereits seit dem 19. September aktiv.

„Leider wird die Eruption nicht kurzfristig enden“, sagte Francisco Prieto, Sprecher des Lenkungsausschusses des Notfallplans für Vulkanrisiken auf den Kanarischen Inseln (Pevolca). Damit sei absehbar, dass weitere Gebiete von La Laguna unter Lava begraben werden, hieß es weiter.

Vulkanausbruch auf La Palma: Lava erreicht immer neue Gebiete

Die Lava, die sich in dem Gebiet den Weg in Richtung Atlantik bahnt, sei „ziemlich flüssig“. Sie hatte zuletzt die Straße LP-212 überquert und damit unpassierbar gemacht.

Die wissenschaftliche Sprecherin des Pevolca, María José Blanco, sagte, dass die neuen Aktivitäten auch einen Erdrutsch an der Nordostflanke des Haupt-Vulkankegels verursacht hätten. Die übrigen Lavaströme hätten teilweise bisher unbeschädigte Gebiete nördlich des Todoque-Berges erreicht.

Immerhin habe die jüngste Veränderung der Windverhältnisse den Betrieb des Flughafens von La Palma wieder ermöglicht. Dafür seien jedoch die Messwerte der Luftqualität an einigen Mess-Stationen erheblich verschlechtert, hieß es.

Die Luftqualität gelte sowohl in Los Llanos als auch in El Paso und Tazacorte seither als äußerst ungünstig. Der Bevölkerung wurde nahegelegt, Aktivitäten im Freien auf ein Minimum zu reduzieren und Mundschutz zu tragen.

Lava auf La Palma zerstört mehr als 1100 Hektar Fläche

Die Zahl der zuletzt in Sicherheit und in Hotels untergebrachten Personen liegt derzeit bei 528. Weitere 43 Betroffene leben derweil in Sozial- und Gesundheitseinrichtungen der Kanaren-Insel.

Die bislang vom Vulkanausbruch auf La Palma betroffene Fläche beträgt inzwischen 1102 Hektar. Das hat die Auswertung der jüngsten Satellitenbilder gezeigt.

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Johannes Bornewasser sw klein

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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