Trotz Reisewarnung: Tui fliegt die Kanaren ab Oktober wieder an


Leere Strände und kaum frequentierte Flughäfen sollen schon bald der Vergangenheit angehören. Der deutsche Tourismus-Gigant Tui möchte ungeachtet der aktuellen Reisewarnung ab dem 3. Oktober wieder Urlauber auf die Kanarischen Inseln schicken. Die kanarische Regierung begrüßt den Schritt.

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Die Tui schickt ab Oktober wieder Touristen auf die Kanarischen Inseln. Dies werde unabhängig von der Entscheidungen für oder gegen ein Ende der Reisewarnung für die Kanarischen Inseln geschehen. Das teilte der deutsche Tourismus-Gigant am Montag mit. Urlauber sollen selbst entscheiden können, ob sie trotz der aktuellen Warnung eine Kanaren-Reise antreten möchten, hieß es.

„Wir gehen fest davon aus, dass viele Kunden dies genau abwägen werden“, sagte der Deutschland-Chef der Tui, Marek Andryszak. Mit der Möglichkeit zu Tests würden viele Kunden ihren Urlaub antreten. „In der Zwischenzeit haben wir Vorbereitungen getroffen, so dass wir Reisen auf die Kanaren ab dem 3. Oktober wieder aufnehmen können – trotz Reisewarnung“, sagte Andryszak weiter.

Experten erwarten Verlängerung der Reisewarnung für die Kanaren

Seit der Reisewarnung für ganz Spanien hatte der Tourismus-Riese seine Flüge auf die Kanarischen Inseln stark reduziert. Die Warnung war ausgesprochen worden, nachdem der Archipel als letzte Region Spaniens über Tage eine kumulative Inzidenz (CI) von mehr als 50 aufwies. Dabei handelt es sich um die Zahl der Erkrankten pro 100.000 Einwohner über einen Zeitraum von mehr als sieben Tagen.

Die CI lag in den vergangenen Wochen zwischenzeitlich sogar bei mehr als 100 und verharrte zuletzt zwischen 50 und 60. Aktuell liegt sie bei 56. Experten erwarten daher, dass die Warnung im Oktober zunächst bestehen bleibt. Die Bundesregierung hatte angekündigt, Ende September darüber zu entscheiden, für welche Regionen eine konkrete Warnung ausgesprochen wird. Die pauschale Warnung für 160 Länder solle im Gegenzug aufgehoben werden.

Kanaren begrüßen Tourismus-Neustart der Tui

Die Tui betonte unterdessen, dass man sich nicht gegen die Bundesregierung stellen wolle. Die Reisewarnung sei ausdrücklich kein Verbot, sondern eine Empfehlung, vorsichtig zu sein. „Und genau dieser Empfehlung folgen wir“, sagte Andryszak.

Die Regierung der Kanarischen Inseln begrüßte die Entscheidung unterdessen. Präsident Ángel Víctor Torres zeigte sich „glücklich“ über die Ankündigung. „Es sind gute Nachrichten“, sagte der Chef der regionalen Exekutive.

Für Torres habe die Entscheidung der Tui auch damit zu tun, dass sich die im August ergriffenen Maßnahmen seiner Regierung auf den Inseln „ausgezahlt haben“. Ziel sei es gewesen, „die besten Bedingungen“ zu schaffen, damit „die Krankenhäuser nicht zusammenbrechen“ und gleichzeitig „die beste touristische Sicherheit für Reisen auf die Kanarischen Inseln zu bieten“.

Zudem zeigte sich Torres zuversichtlich, dass trotz der aktuell noch zu hohen Corona-Zahlen Abkommen mit Märkten wie Großbritannien und Deutschland gefunden werden, um sichere Tourismus-Korridore zu schaffen. Damit sollen in den kommenden Monaten dann auch offiziell wieder Tourismus-Aktivitäten aufgenommen werden können: „Das ist der Schlüssel für die Wintersaison.“

Die kanarische Wirtschaft war durch den Lockdown und die im Sommer folgenden Reisewarnungen mehrer EU-Länder regelrecht kollabiert. Der Tourismus macht bis zu 40 Prozent des kanarischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus.

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Über den Autor
Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.