Waldbrand auf La Palma: Deutscher muss 3,5 Jahre in Haft


Nach den schweren Waldbränden auf La Palma im vergangenen Sommer muss der deutsche Verursacher für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Das ordnete das Landgericht von Santa Cruz auf Teneriffa an. Scott S. hatte das Feuer ausgelöst, als er sein benutztes Toilettenpapier verbrennen wollte.

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Ein Toter Forstarbeiter, 5000 Hektar vernichtete Waldfläche, ein abgestürzter Helikopter und rund 3000 kurzfristig evakuierte Menschen sind die Bilanz der schweren Waldbrände im vergangenen Sommer auf La Palma.

Auslöser des verheerenden Feuers war Scot S. Der Aussteiger aus Deutschland hatte am 3. August seine Notdurft im Wald verrichtet und die Hinterlassenschaften mit Feuer zu beseitigen versucht.

Die Flammen griffen umgehend auf das ausgetrocknete Unterholz über und lösten einen der schwersten Waldbrände der jüngeren Vergangenheit auf den Kanarischen Inseln aus.

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Knapp eine Woche lang kämpften diverse Löschzüge der Feuerwehr, Katastrophenschutz-Teams, eine von Teneriffa aus entsandte Militäreinheit sowie zahlreiche Hubschrauber und Flugzeuge gegen die Waldbrände an. Ein Forstarbeiter kam in der ersten Nacht ums Leben, als der Wind drehte und den 54-Jährigen einschloss.

Bei dem nun zu Ende gegangenen Prozess vor dem Landgericht in Santa Cruz auf Teneriffa wurde der 27-Jährige zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Außerdem muss Scott S. Schadenersatz für die zerstörten Flächen sowie für die Hinterbliebenen des ums Leben gekommenen Mannes leisten.

Scott S. hatte sich unmittelbar nach dem Ausbruch des Feuers der Polizei gestellt und von Beginn an seine Schuld eingestanden. Auch während des Prozesses hatte sich der Angeklagte weiterhin geständig gezeigt. Vor Gericht wurde S. nun wegen grob fahrlässiger Brandstiftung verurteilt. Neben der Haftstrafe muss der Aussteiger laut Urteil 1,87 Millionen Euro Schadenersatz zahlen. Wie der mittellose Deutsche diese Summe aufbringen soll, ist unklar.

Scott S. war im Jahr 2011 aus seiner Heimatstadt Hattersheim in Hessen auf die Kanarischen Inseln ausgewandert. Er lebte zunächst auf Gran Canaria und Teneriffa, bevor er schließlich nach La Palma weiter zog.

Auf der Kanaren-Insel wird seit dem Ende der Waldbrände an der Wiederaufforstung der zerstörten Flächen gearbeitet. Diese haben in etwa die Größe der Nordsee-Insel Wangerooge.

La Palma wird jedes Jahr von mehr als 130.000 Touristen besucht. Die Kanaren-Insel gilt geographisch als eine der jüngsten des Archipels und wird aufgrund der vielen Wälder auch die „Grüne Insel“ genannt.

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