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Dürre lässt Stauseen auf Teneriffa langsam leer laufen


Die 23 Stauseen auf Teneriffa sind nur noch zu 18 Prozent gefüllt. Das ist für den Herbst einer der schlechtesten Werte in der Geschichte der Kanaren-Insel.

Lesedauer: 3 Minuten

Die Dürre hat nicht nur die Pflanzenwelt vieler Regionen auf Teneriffa im Griff. Auch für die Wasserversorgung der Kanaren-Insel wir die Situation immer schwieriger. Einen Monat vor offiziellem Winterbeginn erreichen die 23 Rückhaltebecken der Insel einen kritischen Wert.

Die Inselgesellschaft teilte mit, dass die Wasser-Reservoire Teneriffas nur noch zu 18,1 Prozent gefüllt seien. Damit erreichen sie allmählich ihr kritisches Minimum. Es ist der drittniedrigste Stand in der Geschichte der Kanaren-Insel.

Bisher wurde dieser Pegelstand nur im November 2017 und im gleichen Monat des Jahres 2010 unterschritten. Und damit gilt die Versorgungssituation mit Trinkwasser auf Teneriffa offiziell als “kritisch”.

Dürre auf Teneriffa: “Versorgung der Landwirtschaft ist gesichert”

Das erklärte Valentín González, der innerhalb der Insel-Regierung für die Versorgung mit Grund-Rohstoffen zuständig ist. Dennoch sei die Versorgung der Landwirtschaft “weiterhin gesichert”. Hinzu käme, dass derzeit der Verbrauch “leicht rückläufig” sei.

“Der Wasserbedarf geht aufgrund des Winterfahrplans etwas zurück, obwohl es immer noch heiß ist”, sagte González mit Blick auf die zuletzt ungewöhnlich hohen Temperaturen. Lediglich in Tacoronte sei die Versorgungssituation schon jetzt mitunter schwierig. Doch “bisher haben wir in diesem Bereich keine Beschwerden über Wassermangel in landwirtschaftlichen Betrieben erhalten”, sagte González.

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Wasserversorgung: Teneriffa will mehr Entsalzungs-Anlagen installieren

Als Reaktion auf die schwierige Versorgungs-Situation mit Trinkwasser sollen auf Teneriffa mobile Entsalzungsanlagen in verschiedenen Teilen der Insel aufgestellt werden. Die erste Anlage ist bereits in Betrieb. Beschlossen wurde der Aufbau im Juli nach einem Treffen von Vertretern des Primärsektors

Zwei weitere mobile Entsalzungsanlagen sollen auf der Isla Baja installiert werden. Sie schaffen 2000 Kubikmeter Wasser pro Tag und sollen die Gemeinden Buenavista del Norte, Garachico, Los Silos und El Tanque versorgen. Eine weitere Entsalzungsanlage  mit ähnlichen Werten ist für Güímar und Umgebung im Süden der Insel geplant.

Zudem teilte die Inselregierung mit, dass auch der Wasserbedarf der ländlichen Bereiche durch die Inbetriebnahme weiterer Anlagen gesichert werden solle. Das hatten die Landwirte und Viehzüchter Teneriffas gefordert. “Wir setzen dabei auf gereinigtes und entsalztes Wasser, da die Niederschläge vor allem in diesem Jahr ausbleiben werden”, sagte González.

Kanaren erleben seit März eine Dürre-Phase

Die Situation auf den Kanarischen Inseln wurde seit März zunehmend schlechter. Im Sommer verschlimmerte sie sich dann merklich, da regelmäßige Niederschläge ausblieben.

Hinzu kamen anhaltende Hitzewellen, die es in dieser Kombination in der Geschichte der Kanarischen Inseln noch nicht gegeben hatte. Als Tiefpunkt der Dürre galt der August, in dem die Wasserreservoirs mehrerer Kanaren-Inseln historische Monats-Tiefststände erreichten.

Rekord-Sommer stresst Teneriffas Wasser-Reserven

2023 gilt als das trockenste Jahr seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen. Hinzu kam eine verstärkte Trinkwasser-Nachfrage. Das führte zwischenzeitlich zu Pegelständen in den Stauseen von nur noch 12,2 Prozent der Gesamtkapazität. Dies bedeutete den schlechtesten Sommer-Wert seit einem Jahrzehnt und den drittschlechtesten Wert des laufenden Jahrhunderts.

Derzeit werden in den Stauseen Teneriffas 725.000 Kubikmeter Wasser vorgehalten. Die mögliche Gesamt-Kapazität liegt bei rund fünf Millionen Kubikmetern. Die 16 Stauseen im Norden der Insel sind zu 14,6 Prozent gefüllt. Im Süden werden 23,2 Prozent der Kapazität erreicht. Der Stausee am Barranco de Benijo in La Orotava ist wegen Sanierungsarbeiten derzeit komplett leer.



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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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