Auch wegen Corona: Mieten auf den Kanaren schießen in die Höhe


Auf den Kanarischen Inseln steigen die Mieten weiter. In anderen Regionen stagnieren die Preise hingegen. Hauptproblem ist die hohe Nachfrage. Und ein Nach-Corona-Effekt.

Lesedauer: 3 Min.

Auf den Kanarischen Inseln ist es inzwischen mit am teuersten, zur Miete zu wohnen. Der Quadratmeterpreis liegt dort bei durchschnittlich 11,30 Euro. Das geht aus einem Bericht des Immobilienportals Idealista hervor. Demnach ist das Wohnen insbesondere in den Hauptstädten der autonomen Gemeinschaften Spaniens teuer.

Im dritten Quartal des Jahres seien die Mietpreise für Wohnungen und Häuser landesweit zwar nur um grade einmal knapp 0,1 Prozent im Vergleich zum vorherigen Quartal gestiegen. Doch ein Blick auf die Regionen zeigt, dass die Preise örtlich teilweise stark gestiegen sind.

Das Immobilienportal sieht den Mietmarkt derzeit vor einem „sehr ernsten Problem“. Insbesondere das geringe Angebot sorge dafür, dass die Preise in den großen Hauptstädten steigen.

Nach Corona: Banken streichen viele Immobilien-Finanzierungen

„Die Nachfrage hat nach der Pandemie nicht nur nicht aufgehört zu wachsen, sie ist vervielfacht“, sagt Francisco Iñareta, Sprecher von Idealista. Das liege daran, dass derzeit viele Menschen keine Immobilienfinanzierung von der Bank erhalten. „Zugleich schwindet das Angebot an verfügbarem Wohnraum auf dem Markt“, sagt Iñareta weiter.

Die im Zuge der Corona-Krise getroffenen Maßnahmen der Regierung rund um den Mietmarkt hätten für Probleme gesorgt. Die Situation sei teilweise unüberblickbar geworden. Entsprechend reagiere der Markt, heißt es weiter.


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Die spanische Zentralregierung hatte ein Dekret erlassen, nach dem Menschen, die ihre Miete nicht zahlen können, vor Kündigungen geschützt sind. „Straf- und Zwangsmaßnahmen gehen nicht nur gegen die Eigentümer, sondern auch gegen den Markt selbst“, sagt Iñareta dazu.

Mieten: Wohnen in Teneriffas Hauptstadt kanarenweit am teuersten

Laut dem Immobilienportal seien die Mieten auf Städte-Ebene in Alicante am stärksten gestiegen. Dort lag der Zuwachs innerhalb eines Quartals bei 8,3 Prozent. Gleich dahinter folgt Santa Cruz de Tenerife mit 6 Prozent. Am drittstärksten stiegen die Mieten in Valencia und Palma mit einem Plus von 5,6 Prozent.

Am teuersten ist es dennoch an einem anderen Ort: Barcelona weist zwar nur einen Anstieg von 3,8 Prozent vor, die Mieten lagen dort jedoch schon zuvor deutlich höher. Dort kostet der Quadratmeter mit 17,80 Euro derzeit am meisten. Madrid folgt mit 16,30 Euro.

Dahinter folgen San Sebastián mit 15,90 Euro pro Quadratmeter, Bilbao mit 12,70 Euro pro Quadratmeter und Palma mit 12,60 Euro pro Quadratmeter. Auf der anderen Seite ist es derzeit in Zamora mit 5,60 Euro pro Quadratmeter am günstigsten, zur Miete zu wohnen. Es folgen Cáceres mit 5,90 Euro und Ciudad Real mit 6 Euro.

Miet-Preise auf den Kanaren steigen weiter

Bezogen auf ganze Regionen ist es derzeit in Madrid und Katalonien am teuersten. Dort kostet der Quadratmeter 15,20 und 15 Euro. Dahinter folgen die Balearen trotz eines Rückgangs im vergangenen Quartal um 2,8 Prozent noch immer 13,50 Euro pro Quadratmeter. Im Baskenland liegt der Preis bei 12,60 Euro. Die Kanaren folgen auf dem fünften Rang mit 11,30 Euro pro Quadratmeter.

Wer besonders günstig wohnen möchte, sollte sich daher eher in den Regionen Extremadura (5,70 Euro/qm), Castilla-La Mancha (6,20 Euro/qm), Castilla y León (7,30 Euro/qm), La Rioja (7,40 Euro/qm) oder in Murcia (7,50 Euro/qm) niederlassen.

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Johannes Bornewasser sw klein

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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