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60 Meter hohe Feuer-Tsunamis machen Waldbrand auf Teneriffa “unlöschbar”


Der Waldbrand auf Teneriffa wächst noch immer. Das Feuer auf der Kanaren-Insel hat seine verheerenden Ausmaße nochmals vergrößert. Es gilt als "nicht löschbar". Teneriffas Insel-Präsidentin spricht martialisch von einem "totalen Krieg gegen das Feuer".

Von Juan Martín Lesedauer: 4 Minuten

Mehr als 8400 Hektar sind von den verheerenden Waldbränden auf Teneriffa bereits zerstört worden. Das teilte Fernando Calvijo mit. Der Präsident der Kanarischen Inseln spricht von einem “enormen Ausmaß”. Denn die Feuer-Front erstreckt sich mittlerweile über 70 Kilometer.

Seit Samstag wütet der Waldbrand auch im Herzen von Teneriffa, dem Teide-Nationalpark. Betroffen sei das Gebiet unterhalb des astrophysikalischen Observatoriums, das zusammen mit dem meteorologischen Observatorium Izaña geräumt werden musste.

Seit der Räumung der Einrichtungen sowie deren Umgebung sind die Kameras die einzigen Zeugen des Geschehens. Sie zeichneten weiterhin Bilder auf. Zu sehen ist, wie der Rauch zunimmt und die Flammen dem zum Weltnaturerbe zählenden Areal sukzessive näher kommen:

Waldbrand auf Teneriffa erreicht den Teide

https://twitter.com/isaki64/status/1692704150901973088

Die Feuer auf Teneriffa fressen sich langsam, dabei aber mit enormer Zerstörungskraft von Tacoronte bis zum Orotava-Tal voran. Inzwischen sind sie sogar im Gemeindegebiet von Los Realejos angelangt.

Verantwortlich für das weitere Voranschreiten ist vor allem der Wind. Neben einer neuen Hitze-Episode, die nicht nur die Löscharbeiten erschwert sondern das Feuer zusätzlich durch Trockenheit und niedrige Luftfeuchtigkeit unterstützt, treiben die Böen die Flammen in verschiedene Richtungen.

Einsatzleiter: Waldbrand auf Teneriffa ist “nicht löschbar”

In den ersten drei Tagen gab es vor allem Ost-Winde, seit dem vierten Tag weht der Wind nach Westen. Dadurch nähert sich der Waldbrand auf Teneriffa allmählich weiter bewohnten Gebieten an. Am Samstag war seitens der Einsatzleitung zwischenzeitlich von 26.000 Betroffenen die Rede.

Rosa Dávila, Präsidentin der Kanaren-Insel Teneriffa, spricht von einem “noch nie da gewesenen” Feuer. Der Einsatzleiter, Pedro Martínez, sagte, dass der Waldbrand aktuell “nicht löschbar” sei.

Teneriffas Präsidentin: “Totaler Krieg gegen das Feuer”

Seit Samstagmorgen werde im Norden Teneriffas “ein totaler Krieg gegen das Feuer” geführt, sagte Dávila martialisch. Rund 150 Feuerwehrleute verschiedener Spezialeinheiten seien dort unermüdlich im Einsatz. Hinzu kommen Lufteinheiten, die tagsüber in den mitunter kaum zugänglichen Gebieten unterstützen.

Über Teneriffa steigen Rauchsäulen mit bis zu sechs Kilometern Höhe auf. Darin herrschen Temperaturen von bis zu 300 Grad. Die Hitze schafft in dem ohnehin bereits von der jüngsten Hitzewelle komplett ausgetrockneten Gebiet optimale Bedingungen für das weitere voranschreiten der Flammen. Zudem erschwert sie auch die Löscharbeiten.

Hinzu kommen Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 65 Kilometern pro Stunde. Zusammen mit dichtem Rauch, Ascheregen und der schwierigen Orographie mit tiefen Schluchten und teils senkrechten Steilhängen stehen die Einsatzkräfte vor enormen Schwierigkeiten.

Waldbrand auf Teneriffa: 60 Meter hohe Feuer-Tsunamis

Der Sonntag sei laut Einsatzleitung von enormer Bedeutung für das Voranschreiten gegen die Flammen. Für Clavijo steht fest, dass der Einsatz “sehr schwer sein wird. Die Zeit wird wieder gegen uns spielen”, sagte der Kanaren-Präsident.

Trotz aller Widrigkeiten und zwischenzeitlichen Feuer-Tsunamis mit bis zu 60 Metern Höhe spricht Clavijo von einer weiterhin “hohen Moral”. Zudem “werden wir weitere Verstärkung bekommen”, sagte der Politiker.

23 Lufteinheiten kämpfen gegen die Feuer auf Teneriffa

Am Sonntag werden vier zusätzliche Luft-Einheiten eingesetzt, darunter zwei Wasserflugzeuge vom Typ Seal, die zu den drei bereits im Einsatz befindlichen Löschflugzeugen hinzukommen. Sie werden die Route über die Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife verstärken.

Damit kämpfen dann 23 Lufteinheiten gegen die Flammen an. Im Einsatz sind acht leichte Hubschrauber, sieben mittelgroße Helikopter, ein Kamov-Hubschrauber mit 4500 Litern Fassungsvermögen, fünf Seal-Wasserflugzeuge und zwei Bodenfrachtflugzeuge.

Partieller Wasser- und Stromausfall in Waldbrand-Gebiet auf Teneriffa

Die angekündigte Verstärkungen soll unter anderem durch Personal der Feuerwehren von Pinofranqueado aus der Provinz Cáceres im Westen Spaniens gebildet werden. Für die Moral der Anwohner ist die weitere Unterstützung vom Festland ein wichtiges Signal. Denn inzwischen sind einige Gemeinden sogar von der Stromversorgung abgeschnitten. Das teilte der Versorger Endesa mit.

Betroffen seien Kunden in La Orotava. Grund für den Ausfall seien vom Waldbrand zerstörte Stromleitungen. Für den Fall, dass für die Löscharbeiten Strom benötigt werde, seien Techniker in dem Gebiet stationiert, teilte der Versorger weiter mit.

Auch die Wasserversorgung ist nach der Zerstörung zweiter Kanäle bei Aguamansa und Río Portezuelo derzeit teilweise unterbrochen. Der Wasserversorger Emmasa hat bereits mit Reparaturarbeiten begonnen.

Spaniens Präsident will nach Teneriffa reisen

Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska machte sich am Wochenende ein Bild des Einsatzes. “Wir können uns einigermaßen sicher fühlen und hoffen, dass wir das Feuer in den nächsten Tagen unter Kontrolle bringen”, sagte der Politiker. Bisher deutet jedoch nichts auf eine Kontrolle der Flammen hin. Für Montag kündigte sich zudem der spanische Regierungspräsident Pedro Sánchez auf Teneriffa an.

Trotz der Hoffnung auf baldige Besserung gilt in den betroffenen Gebieten derzeit weiter Alarm-Stimmung. Aufgrund von starkem Rauch und möglicherweise gefährlichen Mikro-Partikeln in der Luft empfiehlt die Regierung Teneriffas mindestens für Risikogruppen die Verwendung von Schutzmasken.

Die am stärksten vom Rauch betroffenen Gebiete seien die Gemeinden Los Realejos, El Sauzal, La Matanza, La Victoria, Santa Úrsula, La Orotava, Puerto de la Cruz, Los Realejos, Buenavista del Norte, Los Silos, Garachico, Icod de los Vinos, La Guancha und San Juan de la Rambla.

Die weitere Entwicklung des Waldbrands auf Teneriffa können Sie über unsere Sonderseite hier verfolgen. Zudem finden Sie nachfolgend regelmäßig aktualisierte Bilder:


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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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