Jahresrückblick 2013: Die Kanaren in Zahlen, Daten und Fakten

Allgemeine Zufriedenheit trotz zunehmender Kriminalität. Weniger Arbeitslose bei stagnierenden Einwohnerzahlen. Ein dickes Plus an europäischen Touristen und entsprechend mehr Gastro-Angestellte. Weniger Stromverbrauch bei steigenden Preisen. Und rund fünf Millionen Bus-Kilometer. Das Jahr 2013 hat auf den Kanaren allerhand Zahlen, Daten und Fakten geliefert. Wir haben sie gesammelt:

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Einwohnerzahl stabil

Die Einwohnerzahl der Kanarischen Inseln ist annähernd stabil geblieben. Im Vorjahr hatten zahlreiche Einwohner die Inseln verlassen. Auch dutzende Auswanderer, die zunächst ihr Glück auf Teneriffa, Fuerteventura, Gran Canaria & Co. suchten, zog es wieder in die Heimat. Im Jahr 2013 ging die Einwohnerzahl auf den Kanarischen Inseln nach Angaben des nationalen statistischen Amtes um o,27 Prozent zurück. Der minimale Rückgang wurde besonders auf Teneriffa verzeichnet. Auf Las Palmas waren es dagegen nur 0,02 Prozent.

Weniger Arbeitslose auf den Kanaren

Bei den Arbeitslosenzahlen ist das Jahr mit einer positiven Meldung zu Ende gegangen. Die Zahl der Arbeitslosen sank zum Jahresende auf 274.053. Damit gab es 10.862 Arbeitslose weniger als noch 2012 . Dies entspricht einem Rückgang von 3,81 Prozent.

Dabei wurden im November erstmals seit 1997 weniger Arbeitslose als im Vormonat verzeichnet. Auf den Kanaren waren 931 registrierte Personen weniger arbeitslos als im Oktober. Das entspricht einem Rückgang von 0,33 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahresmonat sind es sogar 5824 Arbeitslose weniger (-1,96 Prozent). Landesweit wurden fast 2500 Arbeitslose weniger verzeichnet als im Oktober. Damit sank die Gesamtzahl in Spanien auf gut 4,8 Millionen Menschen.

Dennoch gibt es auf den Kanaren keinen Grund, sich auf diesem Positiv-Trend auszuruhen: Besonders junge Leute haben es immer schwerer, eine Arbeitsstelle zu finden. Während es 2007 noch 23.000 Arbeitslose zwischen 16 und 24 Jahren gab, sind es heute bereits 56.000 Arbeitslose – trotz teilweise sehr guter Ausbildungen.

Touristen geben mehr Geld aus

Die Regierung der Kanarischen Inseln berichtet, dass Touristen im Urlaub gut 11,6 Milliarden Euro mehr ausgegeben haben. Das ist ein Umsatzplus von rund 11,6 Prozent und entspricht dem zweitgrößten Zuwachs in ganz Spanien. Am spendabelsten waren demnach die Briten mit einem Anteil am Gesamtumsatz von etwa einem Fünftel, auf Platz zwei rangieren deutsche Besucher mit 16,5 Prozent. Allein auf Teneriffa setzten die Besucher im Vorjahr fast 3,7 Milliarden Euro mehr um (+ 5,2 Prozent).

Zahl der Übernachtungen auf den Kanaren steigt

Obwohl Hotelübernachtungen durchschnittlich um rund 2,4 Prozent teurer geworden sind, ist die Gesamtzahl der Übernachtungen auf den Kanaren gestiegen: Die Hotels der Kanarischen Inseln registrierten 59,3 Millionen Übernachtungen (+ 5,4 Prozent). Die Besucher blieben durchschnittlich 7,4 Tage.

Mehr Billig- und All-inclusive-Touristen

Die Kanarischen Inseln sind im Jahr 2013 knapp an einem Rekord vorbeigeschrammt. Auf den Flughäfen wurden 32,5 Millionen Urlauber gezählt. Damit landeten knapp ein Prozent weniger Touristen auf dem Archipel als noch im Jahr zuvor. Zwar verzeichnete der Nordflughafen Teneriffas ein beachtliches Plus von 16,4 Prozent, doch La Palma mit 13,3 Prozent weniger Urlaubern und Fuerteventura (-0,4 Prozent) bremsten die Statistik merklich aus.

Ein sattes Plus verzeichneten dabei die Billigflieger. 4,6 Millionen Gäste reisten mit entsprechenden Anbietern auf die Kanarischen Inseln. Das entspricht einem Zuwachs von 3,4 Prozent. Auch Standard-Fluglinien legten zu. 5,9 Millionen Gäste wurden transportiert, ein Plus von 5,7 Prozent.

Insgesamt kamen aus Europa jedoch fast fünf Prozent mehr Urlauber auf die Inseln. Mit 10,6 Millionen Besuchern wurde sogar ein Rekord aufgestellt. Allein aus Deutschland und Großbritannien kamen mehr als 13 Prozent Urlauber zusätzlich auf die Kanaren.

Besonders bei All-inclusive-Angeboten legten die Kanaren zu: Mehr als 3,2 Millionen Urlauber wählten entsprechende Angebote. Nach Angaben der Regierung sind das fast 29 Prozent aller Urlauber gewesen. Im Vorjahr waren es noch rund 400.000 All-inclusive-Urlauber weniger.

Häfen verzeichnen fast 15 Prozent Plus

Auch auf dem Seeweg reisten deutlich mehr Touristen auf die Inseln. Nach Angaben der Tourismusbehörde lag das Plus über die 17 größten Häfen bei 14,4 Prozent (insgesamt 3,1 Millionen Reisende). Auch der Gütertransport auf dem Seeweg legte zu (+ 2,2 Prozent).

Weniger Angestellte im Hotel- und Gastgewerbe

Vermutlich auch aufgrund der steigenden Einnahmen im Tourismussektor stieg die Zahl der in der Gastronomie bBeschäftigten Personen um mehr als fünf Prozent an. Zum Ende des Jahres lag sie damit bei 197.751.

Raumfahrt-Tourismus von den Kanaren

Ein Schweizer Unternehmen hat im vergangenen Jahr die ersten Hürden genommen, um eine Basis für touristische Raumflüge auf Gran Canaria zu eröffnen. Dazu soll auf dem Flughafen der Kanareninsel eine Basis für rund 60 Millionen Euro entstehen. Es sollen bis zu 85 neue Arbeitsplätze entstehen.

Einzelhandel zufrieden

Nach Angaben des Verbandes der Einzelhändler der Kanarischen Inseln wurde ein Rückgang bei den Umsätzen gezählt. Dieser lag jedoch lediglich bei 0,3 Prozent. Im Monat Dezember hatte das Plus noch bei 5,1 Prozent gelegen. Dieser gute Wert konnte den Jahresschnitt jedoch nicht retten. Zum Vergleich: Die Balearen verzeichneten ein Plus von 2,8 Prozent.

Mehr Selbstständige

Nach Angaben des Arbeitsamtes haben sich im Jahr 2013 wieder deutlich mehr Einwohner der Kanaren in die Selbstständigkeit gewagt. Mit einem Plus von bis zu 5,8 Prozent in den Hauptstädten der Provinzen Teneriffa und Las Palmas ist die Zahl deutlich höher als noch im Jahr zuvor.

Stromverbrauch sinkt, Preise steigen

Nach Angaben der Energieversorger sollen die Strompreise auf den Kanarischen Inseln steigen. Die prozentuale Erhöhung ist derzeit noch unklar. Spekuliert wird über 1,4 bis vier Prozent. Der Verbraucht ist unterdessen gesunken. Nach Angaben der kanarischen Stromgesellschaft „Endesa“sank der Gesamtverbrauch um drei Prozent. Auf Teneriffa waren es rund vier Prozent, auf Gran Canaria knapp drei Prozent und auf Lanzarote 2,5 Prozent. Fuerteventura sparte knapp zwei Prozent Strom ein, während die übrigen Inseln zusammen auf 6,2 Prozent kamen. Grund dafür seien besonders Energiesparlampen und modernere und entsprechend energiesparenedere Verbraucher in den Haushalten.

Lebenshaltungskosten auf den Kanaren sinken

Trotz vereinzelter Preisanstiege sind die Lebenshaltungskosten auf den Kanarischen Inseln im Jahr 2013 nicht gestiegen. Die durchschnittlichen Unkosten lagen im sogar um fast einen halben Prozentpunkt unterhalb des Wertes von 2012. Das gab das Wirtschaftsministerium bekannt.

220 Bauprojekte im neuen Jahr

Im neuen Jahr sollen allein auf Teneriffa 220 größere Bauprojekte in Angriff genommen werden. Nach Angaben des Inselpräsidenten Carlos Alonso sollen dafür trotz klammer Kassen 87,7 Millionen Euro bereitgestellt werden. Das Gros davon soll für den Straßenbau, die Infrastruktur sowie gegen die Arbeitslosigkeit ausgegeben werden. Für den Ausbau der touristischen Zentren wurde ein zusätzlicher Kredit von 25 Millionen Euro aufgenommen.

Puerto de la Cruz wird aufpoliert

Erste Ausgaben dieser Art wurden bereits im Vorjahr in der Nord-Metropole Teneriffas, Puerto de la Cruz, getätigt. Dort wurden daraufhin wieder 56 Prozent mehr Immobilien verkauft. Die Stadt, in der sich einst die ersten Touristen der Kanarischen Inseln niederließen, musste sich bei Tourismus und Immobilienpreisen lange Zeit dem aufstrebenden Süden beugen. Um diesem Trend entgegen wirken zu können, startete die Regierung jedoch eine Restaurierungsaktion, die bis 2014 andauern und Puerto wieder konkurrenzfähig machen soll. Der Anstieg der lange Zeit schlechten Immobilienverkaufszahlen wird dabei als Etappenerfolg gesehen.

Immobilienpreise

Die Immobilienpreise waren 2013 weiter rückläufig – allerdings weniger stark. In der Provinz Las Palmas gingen die Preise für gebrauchten Wohnraum um 6,5 Prozent zurück. Seit Beginn der Krise liegt der Rückgang damit bei 35,5 Prozent. Der Quadratmeter wechselt dort aktuell für durchschnittlich 1267 Euro den Besitzer.

ÖPNV auf Teneriffa

Die 250 Fahrer von Teneriffas Busgesellschaft Titsa haben mehr als fünf Millionen Kilometer zurückgelegt und dabei 34 Millionen Fahrgäste transportiert. Damit verzeichnete die Gesellschaft rund zwei Millionen Fahrgäste weniger als noch im Vorjahr. Zwar bezieht die Gesellschaft bereits Zuschüsse, dennoch herrscht in den Kassen ein Finanzloch von rund 400.000 Euro (45 Prozent).

Erdbeben auf den Kanaren

Besonders vor El Hierro hat sich die Erde im Laufe des Jahres immer wieder bewegt. Der stärkste Erdstoß wurde im Dezember gemessen. Mit 5,1 auf der Richterskala blieb die Erschütterung jedoch im Rahmen. Dabei hatte sich die Insel an einigen Stellen sogar bis zu acht Zentimeter angehoben. Zudem haben sich die Gasaustritte aus dem Boden mehr als verdoppelt. Sie treten derzeit in zwölf bis 18 Kilometern Tiefe vor den Küsten La Restingas und La Fronteras auf. Forscher erwarten auch in diesem Jahr weitere seismische Aktivitäten. Grund zur Sorge bestehe jedoch nicht.

Öl-Bohrungen gestartet

Die Suche nach Öl wurde nach langem Hin und Her gestartet. Zwischen Regierung, Naturschützern und Tourismus-Verbänden war ein langer Streit wegen möglicher negativer Folgen entbrannt. Gegen Ende des Jahres fanden schließlich die ersten Bohrungen zwischen Fuerteventura bzw. Lanzarote und Marokko statt. Bislang wurden jedoch noch keine Öl-Vorkommen gefunden.

Posse um Teneriffas Ölraffinerie

Die Ölraffinerie von Santa Cruz auf Teneriffa musste im Sommer geschlossen werden. Anwohner hatten sich wiederholt über Gestank beschwert. Die Staatsanwaltschaft nahm zwischenzeitlich sogar Ermittlungen auf, nachdem eine Bürgerinitiative ein Gutachten vorlegen ließ, das der Raffinerie Umweltverschmutzung vorwarf. Einen Tag vor Heiligabend wurde dann erneut der Betrieb eingestellt, eine Prüfung und vier Tage später jedoch wieder aufgenommen. Bürger fordern immer wieder eine Verlegung der Raffinerie aus dem Stadtgebiet, die Politik hält dies für nicht bezahlbar. Eine Fortsetzung der Posse ist auch in diesem Jahr sehr wahrscheinlich.

Apropos Umwelt: Auch das Dauerthema „Einwegpfand“ wurde in diesem Jahr diverse Male angesprochen. Eine Einigung gibt es jedoch weiterhin nicht.

Viele Drogenfunde

Am heiligen Abend hat die Guardia Civil noch einmal einen fetten Coup im Kampf gegen den Drogenhandel gelandet. Immer wieder hatten die Beamten kleinere und größere Drogen-Funde verzeichnet. Kurz vor der Jahreswende konnten dann noch einmal 300 Kilogramm Haschisch auf einem Schiff vor der Küste von Arinaga sichergestellt werden. Zwei Personen wurden festgenommen.

Gebrauchtwagenmarkt rückläufig

Nach Angaben des Verbandes der Autohändler der Kanarischen Inseln ist der Wert gebrauchter Autos im zurückliegenden Jahr um 3,6 Prozent gesunken. Im Durchschnitt gaben Kanarios rund 12.000 Euro für ein gebrauchtes Auto aus.

Neue Krankenhäuser auf Teneriffa

Im Norden und Süden Teneriffas sollen neue Krankenhäuser eröffnet werden. Den Anfang bei der Fertigstellung soll der Süden noch in diesem Jahr machen. Dazu wurden Ende 2013 noch einmal vier Millionen Euro bewilligt.

Versicherungsvergleich spart Millionen

Die Regierung hat einen Versicherungsvergleich aller offiziellen Objekte und Besitztümer gestartet und damit auf einen Schlag 1,6 Millionen Euro Einsparpotenzial entdeckt. Nach Vertragskorrekturen liegen die angesetzten Kosten für dieses Jahr damit bei nur noch 3,9 Millionen Euro.

Steuerprüfungen auf Teneriffa

Auch auf dem Gebiet der Steuern soll nachgebessert werden. Allein Teneriffas Hauptstadt Santa Cruz gedenkt, durch genauere Prüfungen Mehreinnahmen von bis zu drei Millionen Euro zu erzielen. Die Prüfungen haben bereits im Vorjahr begonnen, sollen sich aber erst in diesem auszahlen.

Tierschutz

In Puerto de la Cruz auf Teneriffa wurden 150 Tiere in Not gerettet. Bei den Aktionen der örtlichen Tierschützer werden illegal angeschaffte oder nicht artgerecht gehaltene Tiere in Obhut genommen.

Straftaten nehmen zu

Die Straftaten haben seit Beginn der Krise um rund 30 Prozent zugenommen. In der Provinz Teneriffa wurden knapp 8000 registrierte Straftaten verübt, in der Provinz Las Palmas immerhin gut 7000.

Zufriedenheit steigt, trotzdem mehr Auswanderer

Mehr als Dreiviertel aller Anwohner der Kanarischen Inseln sind mit ihrem Leben zufrieden. Das ergab eine offizielle Umfrage. Dennoch haben knapp 32.000 Anwohner die Kanarischen Inseln aus wirtschaftlichen Gründen verlassen und  sind nach Europa ausgewandert. Besonders häufig betraf dies Festlandspanier, die ihr Glück zwischenzeitlich im milden Klima der Inseln versuchten.

Weniger Kinder in Heimen untergebracht

Zum Jahreswechsel hat sich die Zahl der in Heimen lebenden Kinder von 1021 im Vorjahr auf nun 821 verringert.

Knapp 280.000 Rentner

Auf den Kanarischen Inseln leben am Jahresende 279.988 Rentner. Sie erhalten mit durchschnittlich 805 Euro rund 57 euro weniger Pension als Rentner auf dem spanischen Festland.

Waldbrände und Naturkakastrophen

Waldbrände haben in ganz Spanien im Jahr 2013 knapp 59000 Hektar Land zerstört. Auf den Kanarischen Inseln gingen die Buschfeuer nach dem Extremjahr 2012 deutlich zurück. Dort wurde nur etwas mehr als ein Prozent der Fläche durch Waldbrände verwüstet. Bis zum Ende der Waldbrandsaison wurden 182 Feuer gezählt. Durch diese und andere Naturkatastrophen benötigen bislang 662 Familien Unterstützung. Dafür wurden 2,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die Zahl der Hilfsbedürftigen durch Naturkatastrophen wird noch nach oben korrigiert, da bisher noch nicht alle Anträge bearbeitet wurden.

Regenreichster Monat seit 2009

Der Dezember war Berechnungen der Meteorologen zufolge der regenreichste Monat seit dem Jahr 2009. Demnach gingen auf den Kanaren durchschnittlich 140 Liter Wasser pro Quadratmeter nieder. Besonders betroffen waren Teneriffa, La Palma, El Hierro und La Gomera. Dies lag besonders an den Winter-Unwettern.

Organspenden nehmen zu

Wie die Gesundheitsbehörde mitteilte, wurden mit 264 Organspenden deutlich mehr Transplantationen als noch im Vorjahr verzeichnet (+6,8 Prozent). Neben zwölf Lebendspendern wurden Organe von 69 verstorbenen Spendern transplantiert. Nutznießer waren 140 verschiedene Empfänger.

>>> Den Jahresrückblick für 2014 finden Sie hier <<<

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Jahresrückblick 2013: Die Kanaren in Zahlen, Daten und Fakten


Veröffentlicht in: Kanaren, Aktuelle Nachrichten

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